Ein Dialog ist eine Kommunikationsform, bei der Menschen gemeinsam ins Gespräch kommen, um unterschiedliche Perspektiven auszutauschen.
Ein Dialog unterscheidet sich von Information, also der einseitigen Weitergabe von Informationen (Einwegkommunikation) oder Konsultation, bei der zwar Meinungen eingeholt werden, aber kein echter Austausch stattfindet, durch seinen bidirektionalen Charakter. Alle Beteilgten können gleichberechtigt an einer Diskussion teilnehmen, eigene Beiträge leisten und auf Argumente reagieren, z.B. durch Zustimmen, Hinterfragen oder Widersprechen. Voraussetzungen sind gegenseitiges Zuhören ohne Störung, Offenheit für andere Sichtweisen sowie respektvolle und gewaltfreie Kommunikation auf Augenhöhe.
Veranstaltungen, bei denen eine Person spricht und alle anderen nur zuhören und bestenfalls Fragen stellen oder Statements abgeben können, sind ebenso wenig ein Dialog, wie eine (politische) Debatte, bei der verschiedene Sprecher nacheinander ihre Positionen vortragen, ohne sich wirklich auszutauschen.
Kein Dialog im klassischen Sinn ist ein Gesprächsformat, bei dem eine Person spricht und die anderen ausschließlich zuhören, ohne zu kommentieren oder auf andere Weise zu reagieren. Diese bewusst asymmetrische Kommunikation ist eine strukturierte Abfolge von Monologen; sie zeichnet sich nicht durch einen unmittelbaren Austausch, sondern durch das aufmerksame Zuhören und die innere Verarbeitung des Gehörten aus.
Typische dialogische Formate finden sich in den Formaten auf der Beteiligungsebene „Kollaboration“ und bei der Mediation. Dort ist es möglich, Interessen zu klären, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, Verständnis füreinander zu entwickeln und ggf. zu einer Übereinkunft zu kommen bzw. gemeinsam etwas Neues zu entwickeln.
Der Dialog ist das konstituierende Prinzip der Deliberation.
