Deliberation

Deliberation ist ein Prozess, bei dem Menschen sachlich und auf Grundlage fundierter Informationen miteinander beraten, um zu einem wohlüberlegten gemeinsamen Urteil zu gelangen.

Grundlage der Deliberation ist die Überzeugung, dass das „bessere“ Argument – und nicht Mehrheitsdruck oder Machtgefälle – die beste Grundlage für das Finden einer gemeinsamen, verbindlichen Entscheidung ist.

Es geht darum, Argumente ernsthaft zu prüfen und die eigene Position im Licht von Gegenargumenten zu reflektieren. Die Bereitschaft, die eigene Position aufgrund besserer Argumente zu ändern, ist dabei keine Schwäche, sondern Voraussetzung des Verfahrens. Angestrebt wird ein Ergebnis, das alle Beteiligten vernünftigerweise akzeptieren können – auch jene, die anfangs anderer Meinung waren.

In nahezu allen Methoden, Formaten und Verfahren der Bürgerbeteiligung ist Deliberation das leitende Prinzip.

Echte Deliberation ist anspruchsvoll.

Die Teilnahme an argumentativen Verfahren setzt Wortgewandtheit und die Fähigkeit zur Verarbeitung komplexer Sachverhalte voraus. Diese Voraussetzungen sind nicht in allen Teilen der Bevölkerung gegeben, so dass deliberative Verfahren an Beteiligungsungleichheit scheitern können.

Schließlich setzt Deliberation voraus, dass alle Beteiligten grundsätzlich bereit sind, sich auf einen Faktencheck einzulassen.