Groupthink

Groupthink bezeichnet einen Effekt, der Beratungen in einer Gruppe beeinflusst und dadurch Bürgerbeteiligungsergebnisse beeinträchtigt.

Groupthink (Gruppendenken) ist eine gruppendynamische Verzerrung, die auf verschiedene Weise entstehen kann:

  • Wortgewandte Personen dominieren früh die Diskussion und setzen einen Rahmen, dem sich andere anschließen.
  • Teilnehmende widersprechen aus Konflktscheu einer – tatsächlichen oder vermeintlichen – Mehrheit nicht, um nicht als Außenseiter zu gelten („Selbstzensur“).
  • Nonverbale Signale wie Nicken, Kopfschütteln oder Blickkontakt anderer Teilnehmender werden fälschlich als Zustimmung oder Ablehnung gedeutet und beeinflussen die eigene Meinungsbildung.
  • Bei normativ aufgeladenen Themen gelten bestimmte Standpunkte als sozial erwünscht, so dass Teilnehmende sich nicht trauen, ihnen zu widersprechen.
  • Inputs von Verwaltungsvertretern und Experten führen dazu, dass Teilnehmende vermeintliche Rahmenbedingungen und Sachzwänge unkritisch übernehmen.
  • Der Zwang, aus Zeitdruck zu einem Beratungsergebnis zu kommen, begünstigt einen vorschnellen Konsens auf Kosten abweichender Einzelmeinungen.

Groupthink lässt sich unter anderem entgegenwirken, indem Moderatoren durch den Einsatz passender Moderationsmethoden dafür sorgen, dass abweichende Meinungen gehört und sozialer Druck reduziert wird. Sie können bewusst zum Widerspruch einladen und schweigsamen Teilnehmenden gezielt das Wort erteilen. Durch die regelmäßige Neuzusammensetzung von Arbeitsgruppen können sie verhindern, dass sich Meinungsführerschaften bilden.