Finanzielle Bürgerbeteiligung ist die Teilhabe von Menschen an der Wertschöpfung einer Infrastruktureinrichtung oder eines Projekts der Daseinsvorsorge.
Im Unterschied zur verfahrensbezogenen oder politischen Bürgerbeteiligung handelt es sich hierbei nicht um die Mitwirkung an Planungs- und Entscheidungsprozessen.
Finanzielle Bürgerbeteiligung kann z. B. so ausgestaltet werden, dass Bürgerinnen und Bürger Genossenschaftsanteile zeichnen, Anteile an einer Projektgesellschaft erwerben oder sich über Bürgeranleihen finanziell beteiligen. Sie werden damit zu (Mit-)Eigentümern oder Gläubigern und können unmittelbar am wirtschaftlichen Ertrag eines Projekts partizipieren.
Daneben gibt es indirekte Beteiligungsmodelle, wie z. B. regelmäßige Zahlungen an betroffene Gemeinden oder finanzielle Zuwendungen an gemeinwohlorientierte Vereine. Von der finanziellen Beteiligung können dadurch auch Menschen profitieren, die selbst kein Kapital investieren können oder wollen.
Besonders verbreitet ist finanzielle Bürgerbeteiligung bei Wind- und Solarenergieanlagen. In mehreren Bundesländern bestehen gesetzliche Regelungen zur finanziellen Beteiligung.
Finanzielle Bürgerbeteiligung ersetzt nicht die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung.
Finanzielle Bürgerbeteiligung wird auch mit dem Ziel eingesetzt, die Akzeptanz eines Vorhabens zu fördern. Wenn sie jedoch ausschließlich dazu dienen soll, Vorbehalte gegenüber einem bereits entschiedenen Projekt auszuräumen, ohne die Betroffenen in die inhaltliche Planung einzubeziehen, werden sie schnell zur Scheinbeteiligung.
