Faktencheck

Ein Faktencheck in der Bürgerbeteiligung ist die Prüfung, ob Aussagen von Personen oder Institutionen mit belegbaren Tatsachen übereinstimmen.

Bei Faktenchecks werden Behauptungen mit verlässlichen Quellen abgeglichen und als richtig, teilweise richtig oder falsch eingestuft. Dadurch sollen Diskussionen auf einer gemeinsamen Informationsgrundlage geführt werden können, statt von falschen Annahmen auszugehen.

Die fachlichen Inputs für einen Faktencheck erfolgen durch Verwaltungsmitarbeitende, Experten oder zivilgesellschaftliche Organisationen. Teilnehmende hinterfragen ggf. deren Aussagen, Stellungnahmen und Gutachten, fordern zusätzliche Informationen an oder bringen eigene Quellen ein.

Bei einem Faktencheck kann nur überprüft werden, was sich empirisch belegen lässt. Wertefragen, etwa ob eine Maßnahme gerecht oder verhältnismäßig ist, lassen sich nicht faktenbasiert entscheiden.

Faktenchecks können scheitern, wenn ihre Ergebnisse der tiefen Überzeugung von Teilnehmenden widersprechen (→ kognitive Dissonanz). Statt die eigene Position zu überdenken, werden die Quelle, die Methodik oder die Unabhängigkeit der Prüfenden angezweifelt. In manchen Fällen verstärkt die Konfrontation mit widersprechenden Fakten die ursprüngliche Überzeugung („Backfire-Effekt“).

Prozessgestaltende können versuchen, der Problematik zu begegnen, indem sie Faktenchecks frühzeitig und transparent in den Prozess einbetten, die Herkunft und Methodik der Quellen offenlegen und Rückfragen sowie Gegenquellen der Teilnehmenden aktiv einbeziehen. Außerdem sollten sie Fakten- und Wertefragen klar von einander trennen.