Dialogbereitschaft

Dialogbereitschaft ist die ehrliche Absicht, mit anderen in einen ergebnisoffenen und konstruktiven Austausch treten zu wollen. 

Auf individueller Ebene zeichnet sich Dialogbereitschaft durch respektvolle Kommunikation aus, insbesondere bei gegensätzlichen Positionen. Sie umfasst die Bereitschaft, Zielkonflikte anzuerkennen und unterschiedliche, teils widersprüchliche Sichtweisen auszuhalten (Ambiguitätstoleranz).

Dialogbereite Akteure erkennen Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse an, sind in der Lage, den eigenen Standpunkt kritisch zu hinterfragen und verfügen über die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Sie verzichten auf persönliche Angriffe und bemühen sich um eine sachliche, lösungsorientierte Auseinandersetzung.

Auf institutioneller Ebene zeigt sich Dialogbereitschaft in einem klaren und sichtbaren Bekenntnis des Auftraggebers zum Beteiligungsprozess, etwa durch die Abgabe einer Selbstverpflichtung oder eines Beteiligungsversprechens. Dazu gehört insbesondere die Zusage, die Ergebnisse ernsthaft zu prüfen und in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Auch Zeichen der Wertschätzung gegenüber Teilnehmenden können Dialogbereitschaft signalisieren, z.B. die persönliche Einladung des Bürgermeisters zu Beteiligungsangeboten, aufsuchende Maßnahmen durch Verantwortliche oder die Übergabe einer Urkunde an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmter Beteiligungsformate.

In konflikthaften Situationen sprechen sich die Akteure häufig die Dialogbereitschaft ab und misstrauen den Motiven der Gegenseite. Vorgefasste Meinungen, Vorurteile und Feindbilder erschweren oder verhindern dann eine Verständigung.

Insbesondere bei Machtasymmetrien kann sich die schwächere Konfliktpartei als nicht gleichberechtigten Dialogpartner empfinden. Ohnmachtsgefühle, negative Erfahrungen mit anderen Beteiligungsprozessen und – in aufgeheizten Situationen – Emotionen wie Ängste, Frustration oder Wut können zu Dialogverweigerung führen. Belehrungen „von oben herab“ können bei den Teilnehmenden Reaktanz auslösen.

Auf der anderen Seite können aggressive Wortwahl, destruktive Verhaltensweisen von Teilnehmenden oder das öffentliche An-den-Pranger-Stellen von Verantwortlichen den Eindruck mangelnder Dialogbereitschaft erzeugen, was deren Bereitschaft für eine Zusammenarbeit mindert.