Resonanz in der Bürgerbeteiligung meint, dass Menschen nicht nur formal beteiligt, sondern tatsächlich gehört werden – und die Politik ihrerseits nachvollziehbar antwortet.
Der Begriff der Resonanz stammt ursprünglich aus der Akustik: Ein Körper beginnt zu schwingen, wenn er von einer Schwingung gleicher Frequenz getroffen wird. Der Soziologe Hartmut Rosa überträgt dieses Bild auf das Verhältnis von Menschen zur Welt: Resonanz bezeichnet ein wechselseitiges Antwortverhältnis, in dem Berührung, Reaktion und Veränderung möglich werden.
Übertragen auf Bürgerbeteiligung bedeutet dies, dass gute Beteiligung mehr als ein korrekt durchgeführtes Verfahren ist. Sie schafft einen echten Dialog zwischen Teilnehmenden sowie Politik und Verwaltung – ein Verhältnis gegenseitiger Ansprechbarkeit, in dem alle Seiten offen für Reaktionen und Veränderung bleiben.
Beteiligung unter Zeitdruck, mit geringen Gestaltungsspielräumen und formalisierten Abläufen, zerstört Resonanzbedingungen und erzeugt Entfremdung – selbst wenn alle Verfahrensschritte korrekt eingehalten werden. Das gilt erst recht für Scheinbeteiligung, die nicht wie ein Resonanzkörper wirkt, sondern wie eine Wand, an der Beiträge folgenlos abprallen.
