Kompetenzen

Kompetenzen sind Fähigkeiten, Fertigkeiten, Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale, die eine Person in die Lage versetzen, Bürgerbeteiligungsprozesse verantwortungsvoll und erfolgreich durchzuführen.

Bürgerbeteiligungsprozesse stellen hohe Anforderungen an die fachlichen, methodischen und persönlichen Kompetenzen der Prozessbegleitenden. Sie übernehmen eine zentrale Rolle für den inhaltlichen Austausch, bei der Vermittlung in Konflikten und für die Erarbeitung von Lösungen.

Kompetenzen für Bürgerbeteiligung lassen sich mehreren Dimensionen zuordnen, wobei eine trennscharfe Abgrenzung nicht immer möglich ist.

DimensionKompetenzenZiel und Wirkung
Kognitiv & analytischAnalytische Fähigkeiten, Systemverständnis, Informationsmanagement, Priorisierung.Komplexität meistern: Sachverhalte verstehen und Wesentliches für Entscheidungen aufbereiten.
Sozial & kommunikativ

Kommunikations- und Dialogfähigkeit, Resonanzfähigkeit, Empathie, Teamfähigkeit.

Verbindung schaffen: Echten Austausch ermöglichen und tieferliegende Bedürfnisse erkennen.
Persönlichkeitsbezogen (Haltung)Reflexionsfähigkeit, Ambiguitätstoleranz, Belastbarkeit, Allparteilichkeit.Sicherheit geben: Auch bei Stress und Konflikten neutral, stabil und handlungsfähig bleiben.
Methodisch-StrategischProzessdesign, Moderations- und Mediationskompetenz, Visualisierung, Ergebnissicherung (Harvesting).Struktur geben: Den Rahmen so gestalten, dass die Gruppe effizient zu greifbaren Ergebnissen kommt.
Handlungs- & UmsetzungsorientiertProjektmanagement, Organisationsfähigkeit, Transferkompetenz, Konfliktlösung.Wirkung erzielen: Sicherstellen, dass aus Ideen Taten folgen und Ergebnisse nachhaltig umgesetzt werden.

Prozessbegleitende erwerben Kompetenzen vor allem durch praktische Erfahrungen und reflektiertes Lernen in realen Beteiligungsprozessen, durch das Feedback von Kolleginnen und Kollegen, sowie durch Fortbildung, Coaching und Supervision. Die meisten Fähigkeiten werden im direkten Umgang mit unterschiedlichen Gruppen, unvorhergesehenen Situationen und konflikthaltigen Prozessen erworben.

In großen Beteiligungsprozessen ist es nicht nötig, dass jeder einzelne Prozessbegleitende alle erforderlichen Kompetenzen mit sich bringt. Entscheidend ist vielmehr die Zusammensetzung eines Teams, bei dem sich die jeweiligen Kompetenzen ergänzen.

Seit einiger Zeit bieten einschlägige Organisationen Aus-, Fort- und Weiterbildungen zum Erwerb von Kompetenzen in der Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung an.