Dialog(bereitschaft)

Ein Dialog ist eine Kommunikationsform, bei der Personen in einen wechselseitigen Gedankenaustausch treten, um gemeinsam Themen  zu erörtern und Perspektiven auszutauschen.

Ein Dialog unterscheidet sich von einseitiger Information (Einwegkommunikation) oder Konsultation (Anhörung ohne Austausch) durch seinen bidirektionalen Charakter. Alle Beteiligten handeln gleichberechtigt, leisten Beiträge und reagieren auf Argumente. Wesentlich sind gegenseitiges Zuhören, Offenheit für andere Sichtweisen und respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe.

Ein „Bürgerdialog“ genanntes Format, bei dem es lediglich darum geht, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten, ist ebenso wenig ein Dialog, wie eine (politische) Debatte, bei der verschiedene Sprecher nacheinander ihre Positionen vortragen, ohne sich wirklich auszutauschen.

Kein Dialog im klassischen Sinn ist ein Gesprächsformat, bei dem eine Person spricht und die anderen ausschließlich zuhört, ohne zu kommentieren oder zu reagieren. Diese bewusst asymmetrische Kommunikation ist eine strukturierte Abfolge von Monologen; sie zeichnet sich nicht durch einen unmittelbaren Austausch, sondern durch das aufmerksame Zuhören und die innere Verarbeitung des Gehörten aus.

Typische dialogische Formate finden sich in den Formaten auf der Beteiligungsebene „Kollaboration“ und bei der Mediation. Dort ist es möglich, Interessen zu klären, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, Verständnis füreinander zu entwickeln und ggf. zu einer Übereinkunft zu kommen bzw. gemeinsam etwas Neues zu entwickeln.

Der Dialog ist das konstituierende Prinzip der Deliberation.

Dialogbereitschaft bezeichnet die ehrliche Absicht, mit anderen in einen ergebnisoffenen und konstruktiven Austausch treten zu wollen. 

In konflikthaften Situationen sprechen sich die Akteure regelmäßig die Dialogbereitschaft ab und misstrauen den Motiven der Gegenseite. Vorgefasste Meinungen, Vorurteile und Feindbilder erschweren oder verhindern häufig eine Verständigung.

Insbesondere bei Machtasymmetrien kann sich die schwächere Konfliktpartei als nicht gleichberechtigten Dialogpartner empfinden. Ohnmachtsgefühle, negative Erfahrungen mit anderen Beteiligungsprozessen und – in aufgeheizten Situationen – Emotionen wie Ängste, Frustration oder Wut können zu Dialogverweigerung führen. Belehrungen „von oben herab“ können bei den Teilnehmenden Reaktanz auslösen.

Umgekehrt kann aggressive Wortwahl und destruktives Verhalten von Bürgern bei Verwaltung und Politik den Eindruck mangelnder Dialogbereitschaft hervorrufen. Das mindert deren Offenheit für eine Zusammenarbeit.

Auf individueller Ebene zeichnet sich Dialogbereitschaft durch respektvolle Kommunikation aus, insbesondere bei gegensätzlichen Positionen. Sie umfasst die Bereitschaft, Zielkonflikte anzuerkennen und unterschiedliche, teils widersprüchliche Sichtweisen auszuhalten (Ambiguitätstoleranz). Dialogbereite Akteure erkennen Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse an, sind in der Lage, den eigenen Standpunkt kritisch zu hinterfragen und verfügen über die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Sie verzichten auf persönliche Angriffe und bemühen sich um eine sachliche, lösungsorientierte Auseinandersetzung.

Auf institutioneller Ebene zeigt sich Dialogbereitschaft in einem klaren und sichtbaren Bekenntnis des Auftraggebers zum Beteiligungsprozess, etwa durch die Abgabe eines Beteiligungsversprechens. Dazu gehört insbesondere die Zusage, die Ergebnisse ernsthaft zu prüfen und in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.