VDI 7000 / 7001

VDI 7000 und VDI 7001 sind technische Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung bei Industrie- und Infrastrukturprojekten. Sie richten sich primär an private und öffentliche Vorhabenträger.

Die VDI 7000 („Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bei Industrie- und Infrastrukturprojekten“) strukturiert das Vorgehen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung in vier aufeinander aufbauende Phasen: Zunächst werden interne Strukturen geschaffen, Akteure analysiert und die öffentliche Relevanz geprüft. Anschließend erfolgt ein strukturiertes Dialogverfahren mit den identifizierten Stakeholdern. In der dritten Phase wird die informelle Beteiligung parallel zum Genehmigungsverfahren fortgeführt. Abschließend begleitet die Beteiligung die Bau- und Umsetzungsphase bis hin zu einem kontinuierlichen Nachbarschaftsdialog.

Im Jahr 2025 veröffentlichte der VDI den Entwurf einer überarbeiteten Richtlinie unter der Bezeichnung VDI-MT 7000 die mehrere Weiterentwicklungen enthält. Der neue Titel („Mensch und Technik“) verdeutlicht den stärkeren Anspruch, technisch-planerische Prozesse und öffentliche Dialoge miteinander zu verzahnen. Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht mehr nur als begleitende Kommunikation verstanden, sondern als integraler Bestandteil der Planung.

Die VDI-Richtlinie 7001 („Kommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung bei Planung und Bau von Infrastrukturprojekten“) baut auf der VDI 7000 auf und beschreibt konkret, wie Beteiligung geplant und durchgeführt werden kann. Kerninhalte sind die Planung von Kommunikations- und Beteiligungsprozessen, die Auswahl geeigneter Formate und Methoden, die Organisation, Rollen, Zeit- und Ressourcenplanung, Umgang mit Konflikten sowie Dokumentation und Evaluation.

VDI-Richtlinien sind rechtlich nicht verbindlich, beanspruchen aber fachliche Geltung. Im Planungsleitfaden zur VwV Öffentlichkeitsbeteiligung Baden-Württemberg wird die VDI 7000 als Orientierung genannt.