Stakeholder/-analyse

Stakeholder (auch: Anspruchsgruppen) sind Personen, Gruppen oder Institutionen, die von einem öffentlichen Vorhaben oder Projekt beeinflusst werden können.

Der Begriff Stakeholder ist weiter gefasst als „Betroffene“ und umfasst auch Verbände, Unternehmen sowie zivilgesellschaftliche Akteure. Stakeholder können nicht nur vom Ergebnis betroffen sein, sondern auch den Verlauf und den Erfolg eines Vorhabens beeinflussen.

Je nachdem, welche Interessen, Lebensbedingungen oder Rechte berührt werden, lassen sich Stakeholder/Betroffene wie folgt unterscheiden:

  • Personen mit objektiver Betroffenheit, die direkt und unmittelbar von einer Planung oder Entscheidung berührt sind, etwa Anwohner einer geplanten Straße oder Eigentümer angrenzender Grundstücke,
  • Personen mit subjektiver Betroffenheit, die indirekt und mittelbar berührt werden, etwa Autofahrende aufgrund veränderter Verkehrsströme oder kommunale Entscheidungsträger durch Einschränkungen ihrer Planungshoheit,
  • Personen mit potenzieller Betroffenheit, die künftig berührt sein können, etwa zukünftige Bewohner eines geplanten Stadtquartiers.

Stakeholder haben nicht nur ein berechtigtes Interesse am Ausgang eines Verfahrens, sondern verfügen häufig auch über lokales Wissen und praktische Erfahrungen, die für die Qualität von Planungen wertvoll sind.

Die Stakeholderanalyse (auch: Akteursanalyse, Interessengruppenanalyse, Stakeholdermapping) ist ein systematisches Verfahren zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung relevanter Stakeholder. Ihr Ziel ist es, Interessen und Erwartungen zu verstehen sowie den Einfluss einzelner Akteure einzuschätzen, um mögliche Konflikte frühzeitig zu erkennen und angemessen zu berücksichtigen.

Dabei sind insbesondere folgende Fragen zu klären:

  • Wer ist von dem Vorhaben bzw. der Entscheidung betroffen?
  • Wie groß ist das Interesse der Akteure daran?
  • Welche Erwartungen oder Befürchtungen haben sie?
  • Stehen die Akteure dem Vorhaben bzw. der Entscheidung positiv, neutral oder ablehnend gegenüber?
  • Haben die Akteure einen – ggf. rechtlichen – Anspruch auf Beteiligung?
  • Welche Akteure verfügen über Entscheidungsmacht oder Blockadepotenzial?
  • Welche Allianzen oder inhaltlichen Gegensätze bestehen zwischen den Akteuren?

Zur Darstellung der Ergebnisse und zur Planung der Beteiligungsstrategie wird häufig eine Stakeholder-Matrix verwendet. Sie bildet das Interesse der Stakeholder am Vorhaben auf der x-Achse und ihren Einfluss auf der y-Achse ab. Die Stakeholder werden entsprechend ihrer Position in der Matrix verortet. Je nach Position ergeben sich unterschiedliche Strategien der Information, Einbindung oder Zusammenarbeit.

Bei konflikthaften Themen soll häufig Akzeptanzkommunikation dazu beitragen, Widerstände zu reduzieren, Unterstützung zu sichern und den Erfolg von Projekten oder Entscheidungen zu fördern.

Während die Stakeholderanalyse alle relevanten Akteure erfasst, konzentriert sich die Zielgruppenanalyse auf diejenigen Gruppen, die tatsächlich erreicht und eingebunden werden sollen. Sie untersucht deren — ggf. nicht selbst erkannte — Betroffenheit, ihre Erreichbarkeit sowie geeignete Ansprachewege. Die Stakeholderanalyse ist häufig die Grundlage für eine darauf aufbauende Zielgruppenanalyse.

Stakeholder- und Zielgruppenanalyse sind notwendig, um passgenaue Beteiligungsangebote für unterschiedliche Akteursgruppen — auch für weniger organisierte oder artikulationsstarke Gruppen — zu entwickeln.