NIMBY

NIMBY steht für „Not In My Backyard“ (deutsch: „Nicht in meinem Hinterhof“) und bezeichnet die Haltung, Infrastrukturprojekte oder öffentliche Einrichtungen grundsätzlich zu befürworten, deren Umsetzung in der unmittelbaren Nachbarschaft jedoch abzulehnen.

Typische Beispiele sind Windkraftanlagen, Unterkünfte für Geflüchtete oder Müllverbrennungsanlagen — Projekte, deren gesellschaftlicher Nutzen grundsätzlich anerkannt wird, solange sie an einem anderen Ort realisiert werden. Ein Pendant im deutschsprachigen Raum ist der Spruch „Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andere an!“, der die Verlagerung von Belastungen auf andere verdeutlicht: Man bittet nicht nur darum, selbst verschont zu bleiben, sondern nimmt in Kauf, dass andere betroffen sind.

Der Begriff NIMBY wird häufig abwertend verwendet, um Widerstand gegen ein Projekt oder eine Entscheidung als egoistisch oder unsolidarisch darzustellen. In eine ähnliche Richtung weisen Bezeichnungen wie „Wutbürger“ oder „Bedenkenträger“.

Tatsächlich stehen hinter dem Widerstand oft legitime Sorgen um Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität sowie Kritik an mangelnder Mitsprache bei Entscheidungen, die das eigene Wohnumfeld unmittelbar betreffen.

NIMBY-Konflikte sollen häufig durch Akzeptanzkommunikation entschärft werden. Dies ist jedoch nur begrenzt möglich, da subjektiv empfundene Ängste nicht durch Argumente ausgeräumt werden können und manche Bedenken durchaus sachlich begründet sind.