Akzeptanz bezeichnet die Zustimmung oder zumindest die Hinnahme von Vorhaben, Planungen oder Entscheidungen durch Betroffene.
Der Begriff wird vor allem dann verwendet, wenn grundsätzliche Entscheidungen bereits getroffen sind – die „Ob“-Frage also nicht mehr zur Disposition steht. Typische Beispiele sind große Infrastrukturprojekte (Fernstraßen, Bahnlinien, Stromtrassen), deren Realisierung im „überragenden öffentlichen Interesse“ liegen. Bei solchen Vorhaben ist vollständiges Einvernehmen mit allen Betroffenen nicht zu erzielen (→ NIMBY).
Zentral ist die Unterscheidung zwischen:
- Ergebnisakzeptanz: Betroffene stimmen dem Ergebnis einer Planung zu oder sind mit einer Entscheidung einverstanden.
- Verfahrensakzeptanz: Betroffene lehnen das Ergebnis einer Planung oder die Entscheidung ab, können den Entscheidungsprozess jedoch nachvollziehen und empfinden ihn als fair („verstehen, ohne einverstanden zu sein“).
Verfahrensakzeptanz ist das realistische Ziel bei Vorhaben mit klaren Gewinnern und Verlierern. Sie kann erreicht werden durch
- Frühzeitigkeit: Einbindung, bevor irreversible Festlegungen getroffen sind
- Schaffung von Gestaltungsspielräumen: Verhandelbarkeit der Frage, wie ein Projekt umgesetzt werden sollte
- Transparenz: Offenlegung von Entscheidungsprozessen, Planungsständen und Abwägungen sowie wahrheitsgemäße und nachvollziehbare Darstellung von Nutzen, Kosten und Alternativen
- Abwägung und Rückkopplung: erkennbare Beschäftigung mit Einwänden, dokumentierte Begründung bei Nichtberücksichtigung
Akzeptanzkommunikation ist strategische Kommunikation mit dem Ziel, Zustimmung oder Duldung eines Vorhabens zu erreichen.
Beteiligung, die ausschließlich dazu dient, Akzeptanz herzustellen, ist von ergebnisoffener Bürgerbeteiligung zu unterscheiden. Denn Akzeptanz kann nicht nur Ausdruck gelungener Verständigung, sondern auch resignierter Hinnahme sein.
Beteiligungsverfahren, die formal ergebnisoffen sind, aber faktisch Akzeptanz herstellen sollen, untergraben die Glaubwürdigkeit der Beteiligungsangebote. Das Ergebnis guter Bürgerbeteiligung kann Akzeptanz sein – aber sie ist nicht ihr Ziel.
