Die Begriffe Methode, Format, Verfahren und Prozess bezeichnen verschiedene Ebenen, auf denen Bürgerbeteiligung organisiert wird. In der Praxis werden sie häufig uneinheitlich verwendet.
Methode
Methoden sind Instrumente und Bausteine, die in einem klar abgegrenzten Moderationsschritt eingesetzt werden. Beispiele:
- Barcamp
- Fishbowl
- Kartenabfrage
- Open Space
- Ortsbegehung/Stadtteilspaziergang
- Planungsworkshop
- Punktebewertung
- Speed-Dating
- Systemisches Konsensieren
- Themenwerkstatt
- World Café
Format
Ein Format ist ein standardisierter Beteiligungstyp mit einem spezifischen Alleinstellungsmerkmal. Beispiele:
| Format | Alleinstellungsmerkmal |
| Bürgerentscheid | rechtlich geregelte Abstimmung mit Bindungswirkung |
| Bürgerhaushalt / Bürgerbudget / Schülerhaushalt | Entscheidung über die Verwendung öffentlicher Gelder |
| Bürgerrat / Planungszelle | deliberative Erarbeitung von Empfehlungen durch zufällig Ausgewählte |
| Formelle Beteiligung | rechtlich vorgeschriebene Einbeziehung in Planungsprozesse |
| Fokusgruppe | moderierte Kleingruppendiskussion mit gezielt Ausgewählten |
| Mediation | strukturierte Konfliktlösung durch allparteiliche Vermittlung |
| Zukunftskonferenz | Erarbeitung eines gemeinsamen Zukunftsbildes durch eine heterogene Großgruppe |
| Zukunftswerkstatt | kreatives Beteiligungsformat mit Kritik-, Utopie- und Umsetzungsphasen |
Verfahren
Ein Verfahren ist die flexibel anpassbare Vorgehensweise, bei der verschiedene Methoden und Formate eingesetzt und miteinander kombiniert werden.
Beteiligungprozess
Der Beteiligungsprozess (auch: Beteiligungskonzept) umfasst den gesamten Ablauf eines Beteiligungsvorhabens. Idealtypisch beginnt er mit der Auftragsklärung und der Entwicklung eines Prozessdesigns.
Ein Beteiligungsprozess kann so aussehen: Den Auftakt bildet eine öffentliche Veranstaltung, in der Anlass, Problemstellung sowie das Verfahren, die Formate und der Zeitplan vorgestellt werden. Daran schließen sich unterschiedliche Veranstaltungen wie z. B. Planungsworkshops und eine Zukunftskonferenz an, in denen Sachthemen und Interessen erörtert, gemeinsame Zielvorstellungen entwickelt sowie Ideen und Empfehlungen erarbeitet werden. Begleitet wird der gesamte Prozess durch eine Steuerungsgruppe, die den Ablauf koordiniert und die Qualität sichert. Abschließend werden die Ergebnisse in einem Bericht zusammengefasst und an den Auftraggeber zur Beratung und Entscheidung übergeben, gefolgt von einer Evaluation des Prozesses.
Weitere Kategorien
Neben Methode, Format, Verfahren und Prozess gibt es weitere Kategorien, die in der Bürgerbeteiligungspraxis eine Rolle spielen:
- Institutionen und Gremien: Dauerhafte Strukturen zur Begleitung von Beteiligung wie Beteiligungs- und Stadtteilbeiräte oder Kinder- und Jugendparlamente.
- Regelwerke: Dokumente zur Gestaltung von Beteiligung wie Leitlinien für Bürgerbeteiligung, Beteiligungssatzungen und Vorhabenlisten.
